Wie alles Anfing und wohin es geht
Im Frühjahr
2000 wurde die Idee, der Freien Kultur in Konstanz mehr Raum zu geben, in den
Prozess des Stadtmarketing aufgenommen. Zeit, sich einmal zurückzulehnen und
zu schauen, was daraus geworden ist. Zunächst bildete sich eine Gruppe von
Interessierten und mit der Zeit verdichteten sich die Interessen zum Projekt
„Kulturfonds“: Der bereits bestehende Fonds sollte auf einen angemessenen
Betrag aufgestockt werden. Um das Ziel zu erreichen, wurden die freien
Kulturschaffenden aufgerufen, ihr Interesse zu bekunden und ihre geplanten
Projekte einzureichen. Es wurde bald deutlich, daß es ein enormes Potenzial
von Freier Kultur in der Region gibt. Fünfundzwanzig Projektideen wurden
kurzfristig für das laufende Jahr zusammengetragen und die Adressenliste
enthielt bald über 100 Interessierte. Das Anliegen wurde mehrfach bei
verschiedenen Gelegenheiten vorgestellt. Die Freien zeigten Kostproben beim
Tag der offenen Tür des Stadtmarketings, beim superlangen Samstag und in der
langen FKK-Nacht, einem kleinen Mega-Event in der Spiegelhalle, bei dem der
große Besucherandrang kaum zu bewältigen war. Das Publikum existiert also. Der
neue Staatsministers für Kultur, Dr. Nida-Rümelin berichtet in seiner
Antrittsrede im Bundestag, daß insbesondere jüngere Menschen verstärkt
Interesse an dieser Art von Kultur zeigen.
Die
Lebendigkeit der freien Kultur lebt aus der Vielfältigkeit. Die Projekte
ermöglichen das gemeinsame Wirken von professionellen Künstlern,
Semiprofessionellen und Laienkünstlern, insbesondere auch mit innovativem und
experimentellem Charakter. Im gemeinsamen Schaffen werden greifbare
Identifikationen möglich. Eine intensive Auseinandersetzung kann über das
reine Konsumieren in einer Spaßkultur hinausweisen.
Man
stelle sich vor: Eine Vielzahl von unterschiedlichen Projekten und
Aufführungen, in der ganzen Stadt. Tanz, Theater, Musik. Eine lustvolle
Ergänzung zum bestehenden Kulturangebot. Man kann sich einbringen, einmischen.
Ein Schmelztiegel von interessierten Menschen, unabhängig von Alter,
Nationalität, sozialer Zugehörigkeit. Kooperationen mit überregionalen und
ausländischen Künstlern erweitern den eigenen Horizont und wecken Verständnis
für andere Kulturen.
Der
Gemeinderat ist von der Freien Kultur überzeugt und hat für die Förderung von
freien Projekten 50 000 DM jährlich für den Kulturfonds bereitgestellt. Die
Mittel werden von einem Gremium unter Federführung des Kulturamtes verteilt.
Das ist
ein guter Anfang, und es geht nun darum, den Schwung zu nutzen und die Sache
weiterzutragen. Neben der finanziellen Förderung gilt es auch, die
Kommunikation unter den Kulturschaffenden zu fördern, organisatorische Hilfen
zu bieten, ein Netzwerk zu schaffen.
Diese
Homepage ist ein weiterer Schritt dazu. Wir wollen das, was sich in der Freien
Kultur bewegt, bekannt machen. Wir wollen über die FKK informieren. Und
darüberhinaus bietet so eine Homepage mit Diskussionsforum auch allen
Interessierten die Gelegenheit, etwas beizutragen: Eine Selbstdarstellung,
eine Meinung, eine Idee, einen Erfahrungsbericht. Warum nicht auch einen
künstlerischen Beitrag, einen Text, Photos, was auch immer. Für alle eine
Möglichkeit, sich kennenzulernen, und zu inspirieren: Kulturschaffende,
Mitwirkende, Publikum und Förderer. Es sind also alle eingeladen, hier etwas
beizutragen.
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Was will die
FKK?

Zum Selbstverständnis
Freie
Kultur, der Name war von Anfang an Programm. In Versammlungen wurden bereits
Pläne geschmiedet, die ersten Aktionen waren schon erfolgreich über die Bühne
gegangen, die FKK hatte sich bereits mehrfach bei verschieden Gelegenheiten an
die Öffentlichkeit getraut, alles mit einer guten Portion Intuition und
Begeisterung, eher pragmatisch als programmatisch. Erst danach setzten sich
einige Unverzagte an einen Tisch und schrieben auf, was sie denn unter Freie
Kultur genau verstehen. Es ist nicht einfach, etwas zu definieren, was ja
gerade auch von der Offenheit lebt.
Wir haben es aber trotzdem
versucht, und im folgenden kann man also das „Manifest“ der FKK nachlesen.
Zur Einstimmung aber vorher ein Lied
von Georg Danzer.
Die Freiheit
Vor ein
paar Tagen ging ich in den Zoo,
Die Sonne
schien, mir war um's Herz so froh.
Vor einem
Käfig sah ich Leute steh'n,
da ging ich
hin um mir das näher anzuseh'n.
"Nicht
füttern" stand auf einem großen Schild
und "bitte
auch nicht reizen, da sehr wild!"
Erwachsene
und Kinder schauten dumm,
und nur ein
Wärter schaute grimmig und sehr stumm.
Ich fragte
ihn: "Wie heißt denn dieses Tier?"
"Das ist
die Freiheit!", sagte er zu mir,"
die gibt es
jetzt so selten auf der Welt,
drum wird
sie hier für wenig Geld zur Schau gestellt"
Ich schaute
und ich sagte: "Lieber Herr!
ich sehe
nichts, der Käfig ist doch leer!"
"Das ist ja
grade", sagte er, "der Gag!
man sperrt
sie ein und augenblicklich ist sie weg!"
Die
Freiheit ist ein wundersames Tier
und manche
Menschen haben Angst vor ihr.
Doch hinter
Gitterstäben geht sie ein,
denn nur in
Freiheit kann die Freiheit Freiheit sein.
G.Danzer
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FKK – Freie Kultur Konstanz
Selbstverständnis
(vom 18.4.2001)
1.
Die Lebendigkeit der freien Kultur lebt aus der Vielfältigkeit, welche sich
aus der Durchmischung verschiedener Erfahrungshorizonte und interdisziplinärer
Arbeit ergibt.
2. Die Initiative FKK dient der Förderung der Begegnung
darstellender Künstler und der Möglichkeit einer Zusammenarbeit in gemeinsamen
Projekten. Sie soll eine Plattform für Amateure und Profis bieten und Projekte
in der Region verwirklichen.
3. Die Projekte der freien Künstler verstehen sich als
Eigenproduktionen ohne institutionellen Hintergrund, d.h. als schnell
umzusetzende, bewegliche, experimentierlustige, unkomplizierte,
nichthierarchische, spartenübergreifende Kunst. Eine Zusammenarbeit mit
Institutionen ist möglich und wünschenswert.
4. Die Freie Kultur Konstanz erschließt neue Räume des
darstellerischen Schaffens. Sie versteht sich als Ergänzung und Erweiterung
des übrigen kulturellen Angebots. Sie kann gerade auch dadurch neue
Zielgruppen der kulturellen Landschaft erreichen.
5. Die Projekte der freien Kultur erlauben im allgemeinen
· selbstbestimmte Arbeit,
· eigenerarbeitete Produktionen,
· kollektive Arbeitsformen, in denen traditionelle
Trennung von Autor, Regie und Schauspieler durchlässig geworden ist,
· überschaubare Arbeitszusammenhänge,
· nichthierarchische Organisationsstrukturen,
· aufgreifen gesellschaftsrelevanter Probleme,
· spartenübergreifende Produktionen,
· ausgeprägte Gastspieltätigkeit (nicht nur wegen der
zusätzlichen Einnahmen, sondern auch weil andere Situationen und fremde Orte
neue Erfahrungen möglich machen),
· Experimentierlust,
· neue Raumbespielungen,
· Betonung von Prozess, Inhalt und Dialog mit dem
Publikum anstelle von Produkt, Mode und Marketing,
· darstellende Kunst als Suche nach neuer Sprache und
neuem Körperausdruck
6. Folgende Vorhaben entsprechen den Zielen der FKK und
sollten in besonderem Maße förderungswürdig sein:
* Projekte der darstellenden Künste
(Sprechtheater, Musik, Tanz, Figurentheater, Kabarett, Zirkus, Performance und
multimediale Theaterprojekte) von professionellen Künstlern,
Semiprofessionellen und Laienkünstlern, insbesondere auch mit innovativem und
experimentellem Charakter.
* Kooperationen zwischen deutschen und ausländischen
darstellenden Künstlern als auch mit Künstlern anderer Gattungen, die mit
ihren Projekten das Interesse und das Verständnis für zeitgenössische Werke,
andere Kulturen und andere Künste wecken und fördern.
*Vorhaben darstellender Künstler mit anderen
Institutionen, die zur Erweiterung künstlerischer Arbeitsfelder und neuer
Wirkungsmöglichkeiten darstellender Künstler beitragen (Bildungseinrichtungen,
Kulturzentren, Medien, Verlage).
*Pädagogische Projekte, die die Qualität der künstlerischen
Ausbildung verbessern.
* Vorhaben, die Kinder und Jugendliche in darstellerische
Künste einbindet.
*Vorhaben, die zum Austausch künstlerischer Arbeiten
einladen und Begegnungen zwischen darstellenden Künstlern ermöglichen
(Festivals, Tagungen, Workshops, Kolloquien).
7. Die Projekte haben einen regionalen Bezug, durch
Teilnehmer, inhaltliche Auseinandersetzung oder Aufführungsort.
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Wem nützt FKK?
Chancen
10
Gründe, die freie Kulturarbeit in Konstanz zu fördern:
1. Freie Kulturarbeit schließt Lücken, für die institutionalisierte Angebote
und Star-Events zu groß sind. Mit relativ geringen Mitteln erzielt Kultur von
Konstanzern für Konstanzer große Effekte.
2. Freie Kulturarbeit schafft einen vielfältigen Mix kultureller Angebote.
Dadurch wird Konstanz für Besucher, Einheimische und Investoren noch
attraktiver. Konstanz profiliert sich als die Kultur-stadt am
Bodensee.
3. Freie Kulturarbeit stärkt die Identifikation der BürgerInnen mit ihrer
Stadt. Jeder kann sich in der freien Kulturszene Konstanz engagieren. So
schaffen sich die KonstanzerInnen einen Teil ihres Kulturangebots selbst. Die
Bereitschaft, für Konstanz aktiv zu werden - sei es kulturell, politisch,
sozial oder anders - nimmt zu.
4.
Freie Kulturarbeit legt Synergiepotenziale frei. Die Kooperation verschiedener
Gruppen und Künstler sorgt für innovative Produktionen und eröffnet neue
Perspektiven, etwa für die Zusammenarbeit mit sozialen Einrichtungen oder der
hiesigen Wirtschaft.
5.
Freie Kulturarbeit erreicht viele Zielgruppen. Wenn über hundert freie
Künstler ihre Ideen umsetzen können, ist für jeden Geschmack etwas dabei.
6. Freie Kulturarbeit eröffnet neue Integrationschancen für Fremde und
Randgruppen.
7. Freie Kulturarbeit wird von Idealisten geleistet. Sie finanziert sich zu
einem großen Teil selbst.
8. Freie Kulturarbeit schafft ein innovatives urbanes Milieu. Konstanz wird
spannender. Das kommt Einheimischen genauso zugute wie Gästen, der hiesigen
Wirtschaft und sämtlichen Konstanzer Institutionen.
9. Freie Kulturarbeit bringt Menschen zusammen. Eine lebendige lokale
Kulturszene funktioniert als Netzwerk: Jeder ist mit jedem verbunden, man
tauscht Know-how, Technik und Erfahrungen aus und legt gemeinsam neue
Potenziale frei.
10. Freie Kulturarbeit macht Konstanz für alle die hier leben, arbeiten, und
ihre Gäste noch attraktiver.
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FKK und Stadtmarketing

Die Geburtshelfer der FKK
Kontakt
Stadtmarketing Konstanz GmbH
Geschäftsstelle
Obere Laube 71
78462 Konstanz
Tel
07531- 28248-0 Fax: 28248-11
E-Mail: info@stadtmarketing.konstanz.de
http://www.konstanz.de