Was ist FKK?

FKK (Freie Kultur Konstanz) ist eine Initiative von freien Kulturschaffenden und dem Stadtmarketing Konstanz. Das Ziel ist, freie Kultur in Konstanz zu fördern und hierzu gemeinsame Aktionen durchzuführen. Das Vorhaben wurde ursprünglich von Gerhard Detzel und Konstantin Tsakalidis ins Leben gerufen und maßgeblich vorangetrieben. Schnell kam weitere tatkräftige Unterstützung von Kulturschaffenden in Konstanz dazu. Mittlerweile zählt die Adressenliste mehr als 100 freie Künstler, die das Projekt unterstützen.

Wie alles Anfing und wohin es geht

Was will die FKK?

FKK – Freie Kultur Konstanz

Wem nützt FKK?

FKK und Stadtmarketing

Pressestimmen

 

Wie alles Anfing und wohin es geht

Im Frühjahr 2000 wurde die Idee, der Freien Kultur in Konstanz mehr Raum zu geben, in den Prozess des Stadtmarketing aufgenommen. Zeit, sich einmal zurückzulehnen und zu schauen, was daraus geworden ist. Zunächst bildete sich eine Gruppe von Interessierten und mit der Zeit verdichteten sich die Interessen zum Projekt „Kulturfonds“: Der bereits bestehende Fonds sollte auf einen angemessenen Betrag aufgestockt werden. Um das Ziel zu erreichen, wurden die freien Kulturschaffenden aufgerufen, ihr Interesse zu bekunden und ihre geplanten Projekte einzureichen. Es wurde bald deutlich, daß es ein enormes Potenzial von Freier Kultur in der Region gibt. Fünfundzwanzig Projektideen wurden kurzfristig für das laufende Jahr zusammengetragen und die Adressenliste enthielt bald über 100 Interessierte. Das Anliegen wurde mehrfach bei verschiedenen Gelegenheiten vorgestellt. Die Freien zeigten Kostproben beim Tag der offenen Tür des Stadtmarketings, beim superlangen Samstag und in der langen FKK-Nacht, einem kleinen Mega-Event in der Spiegelhalle, bei dem der große Besucherandrang kaum zu bewältigen war. Das Publikum existiert also. Der neue Staatsministers für Kultur, Dr. Nida-Rümelin berichtet in seiner Antrittsrede im Bundestag, daß insbesondere jüngere Menschen verstärkt Interesse an dieser Art von Kultur zeigen.

Die Lebendigkeit der freien Kultur lebt aus der Vielfältigkeit. Die Projekte ermöglichen das gemeinsame Wirken von  pro­fessionellen Künstlern,  Semiprofessionellen und Laienkünstlern, insbesondere auch mit innovativem und experimentellem Charakter. Im gemeinsamen Schaffen werden greifbare Identifikationen möglich. Eine intensive Auseinandersetzung kann über das reine Konsumieren in einer Spaßkultur hinausweisen.

Man stelle sich vor: Eine Vielzahl von unterschiedlichen Projekten und Aufführungen, in der ganzen Stadt. Tanz, Theater, Musik. Eine lustvolle Ergänzung zum bestehenden Kulturangebot. Man kann sich einbringen, einmischen. Ein Schmelztiegel von interessierten Menschen, unabhängig von Alter, Nationalität, sozialer Zugehörigkeit. Kooperationen mit überregionalen und ausländischen Künstlern erweitern den eigenen Horizont und wecken Verständnis für andere Kulturen.

 Der Gemeinderat ist von der Freien Kultur überzeugt und hat für die Förderung von freien Projekten 50 000 DM jährlich für den Kulturfonds bereitgestellt. Die Mittel werden von einem Gremium unter Federführung des Kulturamtes verteilt.

Das ist ein guter Anfang, und es geht nun darum, den Schwung zu nutzen und die Sache weiterzutragen. Neben der finanziellen Förderung gilt es auch, die Kommunikation unter den Kulturschaffenden zu fördern, organisatorische Hilfen zu bieten, ein Netzwerk zu schaffen.

Diese Homepage ist ein weiterer Schritt dazu. Wir wollen das, was sich in der Freien Kultur bewegt, bekannt machen. Wir wollen über die FKK informieren. Und darüberhinaus bietet so eine Homepage mit Diskussionsforum auch allen Interessierten die Gelegenheit, etwas beizutragen: Eine Selbstdarstellung, eine Meinung, eine Idee, einen Erfahrungsbericht. Warum nicht auch einen künstlerischen Beitrag, einen Text, Photos, was auch immer. Für alle eine Möglichkeit, sich kennenzulernen, und zu inspirieren: Kulturschaffende, Mitwirkende, Publikum und Förderer. Es sind also alle eingeladen, hier etwas beizutragen.

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Was will die FKK?

 Zum Selbstverständnis

 Freie Kultur, der Name war von Anfang an Programm. In Versammlungen wurden bereits Pläne geschmiedet, die ersten Aktionen waren schon erfolgreich über die Bühne gegangen, die FKK hatte sich bereits mehrfach bei verschieden Gelegenheiten an die Öffentlichkeit getraut, alles mit einer guten Portion Intuition und Begeisterung, eher pragmatisch als programmatisch. Erst danach setzten sich einige Unverzagte an einen Tisch und schrieben auf, was sie denn unter Freie Kultur genau verstehen. Es ist nicht einfach, etwas zu definieren, was ja gerade auch von der Offenheit lebt.

Wir haben es aber trotzdem versucht, und im folgenden kann man also das „Manifest“ der FKK nachlesen.

Zur Einstimmung aber vorher ein Lied von Georg Danzer.

 Die Freiheit

Vor ein paar Tagen ging ich in den Zoo,

Die Sonne schien, mir war um's Herz so froh.

Vor einem Käfig sah ich Leute steh'n,

da ging ich hin um mir das näher anzuseh'n.

 

"Nicht füttern" stand auf einem großen Schild

und "bitte auch nicht reizen, da sehr wild!"

Erwachsene und Kinder schauten dumm,

und nur ein Wärter schaute grimmig und sehr stumm.

Ich fragte ihn: "Wie heißt denn dieses Tier?"

"Das ist die Freiheit!", sagte er zu mir,"

die gibt es jetzt so selten auf der Welt,

drum wird sie hier für wenig Geld zur Schau gestellt"

 

Ich schaute und ich sagte: "Lieber Herr!

ich sehe nichts, der Käfig ist doch leer!"

"Das ist ja grade", sagte er, "der Gag!

man sperrt sie ein und augenblicklich ist sie weg!"

 

Die Freiheit ist ein wundersames Tier

und manche Menschen haben Angst vor ihr.

Doch hinter Gitterstäben geht sie ein,

denn nur in Freiheit kann die Freiheit Freiheit sein.

 

G.Danzer

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FKK – Freie Kultur Konstanz

 

Selbstverständnis (vom 18.4.2001) 

1. Die Lebendigkeit der freien Kultur lebt aus der Vielfältigkeit, welche sich aus der Durchmischung verschiedener Erfahrungshorizonte und interdisziplinärer Arbeit ergibt. 

2. Die Initiative FKK dient der Förderung der Begegnung darstellender Künstler und der Möglichkeit einer Zusammenarbeit in gemeinsamen Projekten. Sie soll eine Plattform für Amateure und Profis bieten und Projekte in der Region verwirklichen. 

3. Die Projekte der freien Künstler verstehen sich als Eigenproduktionen ohne institutionellen Hintergrund, d.h. als schnell umzusetzende, bewegliche, experimentierlustige, unkomplizierte, nichthierarchische, spartenübergreifende Kunst. Eine Zusammenarbeit mit Institutionen ist möglich und wünschenswert.

 4. Die Freie Kultur Konstanz erschließt neue Räume des darstellerischen Schaffens. Sie versteht sich als Ergänzung und Erweiterung des übrigen kulturellen Angebots. Sie kann gerade auch dadurch neue Zielgruppen der kulturellen Landschaft erreichen.

 5. Die Projekte der freien Kultur erlauben im allgemeinen

·        selbstbestimmte Arbeit,

·        eigenerarbeitete Produktionen,

·        kollektive Arbeitsformen, in denen traditionelle Trennung von Autor, Regie und Schauspieler durchlässig geworden ist,

·        überschaubare Arbeitszusammenhänge,

·        nichthierarchische Organisationsstrukturen,

·        aufgreifen gesellschaftsrelevanter Probleme,

·        spartenübergreifende Produktionen,

·        ausgeprägte Gastspieltätigkeit (nicht nur wegen der zusätzlichen Einnahmen, sondern auch weil andere Situationen und fremde Orte neue Erfahrungen möglich machen),

·        Experimentierlust,

·        neue Raumbespielungen,

·        Betonung von Prozess, Inhalt und Dialog mit dem Publikum anstelle von Produkt, Mode und Marketing,

·        darstellende Kunst als Suche nach neuer Sprache und neuem Körperausdruck

 

6. Folgende Vorhaben entsprechen den Zielen der FKK und sollten in besonderem Maße förderungswürdig sein:

* Projekte der darstellenden Künste (Sprechtheater, Musik, Tanz, Figurentheater, Kabarett, Zirkus, Performance und multimediale Theaterprojekte) von pro­fessionellen Künstlern, Semiprofessionellen und Laienkünstlern, insbesondere auch mit innovativem und experimentellem Charakter.

*   Kooperationen zwischen deutschen und ausländischen darstellenden Künstlern als auch mit Künstlern anderer Gattungen, die mit ihren Projekten das Interesse und das Verständnis für zeitgenössische Werke, andere Kulturen und andere Künste wecken und fördern. 

*Vorhaben darstellender Künstler mit anderen Insti­tutionen, die zur Erweiterung künstlerischer Arbeits­felder und neuer Wirkungsmöglichkeiten darstellender Künstler beitragen (Bildungseinrichtungen, Kulturzentren, Medien, Verlage). 

*Pädagogische Projekte, die die Qualität der künstlerischen Ausbildung verbessern.

*   Vorhaben, die Kinder und Jugendliche in darstellerische Künste einbindet. 

*Vorhaben, die zum Austausch künstlerischer Arbeiten einladen und Begegnungen zwischen darstellenden Künstlern ermöglichen (Festivals, Tagungen, Workshops, Kolloquien). 

7. Die Projekte haben einen regionalen Bezug, durch  Teilnehmer, inhaltliche Auseinandersetzung oder Aufführungsort.

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Wem nützt FKK?

Chancen

 10 Gründe, die freie Kulturarbeit in Konstanz zu fördern:

1.   Freie Kulturarbeit schließt Lücken, für die institutionalisierte Angebote und Star-Events zu groß sind. Mit relativ geringen Mitteln erzielt Kultur von Konstanzern für Konstanzer große Effekte. 

2.   Freie Kulturarbeit schafft einen vielfältigen Mix kultureller Angebote. Dadurch wird Konstanz für Besucher, Einheimische und Investoren noch attraktiver. Konstanz profiliert sich als die Kultur-stadt am Bodensee.             

3.   Freie Kulturarbeit stärkt die Identifikation der BürgerInnen mit ihrer Stadt. Jeder kann sich in der freien Kulturszene Konstanz engagieren. So schaffen sich die KonstanzerInnen einen Teil ihres Kulturangebots selbst. Die Bereitschaft, für Konstanz aktiv zu werden  - sei es kulturell, politisch, sozial oder anders - nimmt zu.

 4.   Freie Kulturarbeit legt Synergiepotenziale frei. Die Kooperation verschiedener Gruppen und Künstler sorgt für innovative Produktionen und eröffnet neue Perspektiven, etwa für die Zusammenarbeit mit sozialen Einrichtungen oder der hiesigen Wirtschaft.

 5.   Freie Kulturarbeit erreicht viele Zielgruppen. Wenn über hundert freie Künstler ihre Ideen umsetzen können, ist für jeden Geschmack etwas dabei. 

6.   Freie Kulturarbeit eröffnet neue Integrationschancen für Fremde und Randgruppen. 

7.   Freie Kulturarbeit wird von Idealisten geleistet. Sie finanziert sich zu einem großen Teil selbst. 

8.   Freie Kulturarbeit schafft ein innovatives urbanes Milieu. Konstanz wird spannender. Das kommt Einheimischen genauso zugute wie Gästen, der hiesigen Wirtschaft und sämtlichen Konstanzer Institutionen. 

9.   Freie Kulturarbeit bringt Menschen zusammen. Eine lebendige lokale Kulturszene funktioniert als Netzwerk: Jeder ist mit jedem verbunden, man tauscht Know-how, Technik und Erfahrungen aus und legt gemeinsam neue Potenziale frei. 

10. Freie Kulturarbeit macht Konstanz für alle die hier leben, arbeiten, und ihre Gäste noch attraktiver.

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FKK und Stadtmarketing

Die Geburtshelfer der FKK 

Man muss eines klar sagen: Ohne das Stadtmarketing wäre die FKK heute nicht da, wo sie ist. Die FKK war und ist eine Projektgruppe des Stadtmarketings. Viele Leute fragen, was eine Kulturinitiative im Stadtmarketing zu suchen hat. Es wird vermutet, daß die Kultur zu kommerziellen Zwecken mißbraucht werden soll. In der Tat liegt die Versuchung nahe, freie Kultur als reinen Standortfaktor zu instrumentalisieren.  Die Praxis zeigt aber, daß hier zwei am selben Strang ziehen, im Managerdeutsch auch „Win-Win-Situation“ genannt. Das Stadtmarketing sorgt für die nötige organisatorische Unterstützung und kennt die Wege in der Stadtverwaltung. Die Kulturschaffenden tragen ihr Wissen und ihre Erfahrung in Kunst und Kultur bei und sind bei Veranstaltungen sowohl Akteure als auch Regisseure. Das Interesse der Kulturschaffenden ist klar: Sie können die Kultur machen, die ihnen vorschwebt. Das Stadtmarketing hat das Ziel, neue Impulse in der Stadt aufzugreifen und insgesamt dadurch zu einer Verbesserung des städtischen Lebens beizutragen. Eine gelungene Kooperation, wie wir meinen.


Kontakt

Stadtmarketing Konstanz GmbH

Geschäftsstelle

Obere Laube 71

78462 Konstanz

Tel 07531- 28248-0  Fax: 28248-11

E-Mail: info@stadtmarketing.konstanz.de

http://www.konstanz.de

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Pressestimmen

 

Südkurier 20.11.2000

Nix beschränkte Hoffnung - Kultur war Trumpf

Die erste Nacht der Freien Kultur Konstanz war lang - und sehr erfolgreich

 

Mehr Licht", sind die letzten Worte Goethes auf dem Sterbebett überliefert. Hätte der Altmeister deutscher Dichtung miterlebt, was sich am Samstagabend in der Konstanzer Spiegelhalle zutrug, er hätte seinen Ausspruch sicher rasch in "Mehr Raum" abgewandelt. 50 Neugierige hatten bereits im Vorverkauf keine Karten mehr ergattern können, 100 Besucher warteten schliesslich vor dem Veranstaltungsort vergeblich auf Einlass - während sich drinnen mehr als 200 Besucher auf den Rängen, am Boden und in den Gängen drängten. Ein Staatsbesuch als Anlass des Massenauflaufs? Mitnichten. FKK - Freie Kultur Konstanz -lautete das Stichwort, das die Konstanzer in Scharen strömen liess.  Viel künstlerisches Potential liegt brach in Konstanz; für freie Projekte gibt der städtische Förderungstopf nur 5000 Mark jährlich ab. Eine Bestandsaufnahme, die Gerhard Detzel und Konstantin Tsakalidis zum Handeln trieb. Die Freunde gründeten eine freie Kulturinitiative, die mittlerweile als Projektgruppe "Freie Kultur Konstanz" unter dem Dach des Stadtmarketing arbeitet. In der Spiegelhalle reflektierten nun fast 20 Programmpunkte, wie aktiv, kreativ und engagiert die freie Kulturszene in Konstanz ist - und wie viel Potential zu neuen Projekten in ihr steckt.  Konstanz - Stadt des Tanzes hätte man beim Blick auf das Programm denken können. Bekannte Grössen der hiesigen Szene wie Christine Uhl, Michael Kellenberger oder Stefanie Strehlow gaben ihre tänzerischen Visitenkarten ab. Sicher Höhepunkte in der Sparte Ausdruck durch Bewegung: Peter Czerners Choreographie "sharing space" mit herausragenden Tänzerinnen und Petra Eischeids lautstarke, rhythmische Version des philippinischen Stockkampfes, bei der auch die Ölfässer a la "Stomp!" nicht fehlten.  Musik, ein bisschen Clownerie zur Einstimmung in die Pausen gab s im mehr als dreistündigen Programm - und Theater. Die meisten Lacher hatte dabei sicher "Liebe im Büro", eine Produktion der FH, auf ihrer Seite. (O-Ton OB Horst Frank, der zu seinem zweiten Abendtermin in die Spiegelhalle eilte, und sogleich von Moderator Achim Eickhoff ans Mikrofon gebeten wurde: "Bei mir im Büro geht s nicht so zu!") Oder waren vielleicht die alten Hasen vom (Impro)-"Theater mit beschränkter Hoffnung" witziger mit ihrer klassischen Tragödie unter dem Titel "Die Komplizierte", Hauptperson "Bürgermeister"?  Ist eigentlich egal, denn begeistert oder zumindest interessiert wurden alle freien Künstler aufgenommen - ob sie nun tanzten, trommelten und dazu aus dem Nähkästchen, pardon, aus der Trommelhülle plauderten (Bernhard Gedrat mit Freunden) oder mit Ta Ke Ti Na eine Rhythmusmeditation zeigten (Johannes Esser mit Kompagnie). Insgesamt eine überzeugende Selbstdarstellung der freien Kultur in Konstanz. Nun hoffen die Initiatoren, dass auch die Stadt überzeugt ist - und der freien Kultur mehr Raum -finanziellen wie wörtlich verstandenen in Form von Proben- und Veranstaltungsorten- zur Verfügung stellt.

 Alexia Sailer

 © SÜDKURIER GmbH

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